Ein paar Gründe, warum du dich wirklich, wirklich gut kennen solltest

Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing
Share on email

Auch ich habe mir früher manchmal sorgen gemacht, was wohl die anderen denken würde, wenn ich mich mit mir selber beschäftige. Selbstfindung. Meditation. Sich mal sehr viel mit sich selbst zu beschäftigen. Ich glaube, dass die Arbeit an mir selbst ein wenig selbstverliebt ist. Vielleicht ein bisschen egoistisch.

Ich finde aber auch, dass es sich ziemlich brutal anfühlt. Sehr schmerzhaft. Es macht mir manchmal Angst, in meiner eigenen Vergangenheit zu wühlen und sich mit Aspekten von mir selbst zu konfrontieren, die ich lieber nicht sehen will.

Also ja. Die Arbeit an sich selbst kann sich selbstverliebt und brutal gleichermaßen anfühlen:

“Wenn ich praktisch, solide und stark wäre, müsste ich diese komplexen Aspekte von mir nicht erforschen. Ich müsste nicht so tief und intensiv werden, um herauszufinden, was mich glücklich macht. Ich würde einfach rausgehen und es tun.”

Oder…

“Wenn ich in meinem Leben vorankommen will, muss ich doch die Vergangenheit hinter mir lassen? Es ist vorbei und erledigt, also sehe ich wirklich keinen Sinn darin, das alles wieder auszugraben. Again.”

Die Wahrheit ist, dass die meisten sich verändern wollen. Wir wollen bessere Beziehungen zu uns selbst und zu anderen aufbauen. Und wir wollen unser Leben auf eine Weise leben, die sich ehrlich anfühlt. Wir wollen doch wissen, wer wir wirklich sind.

Um Veränderungen in unserem Leben herbeizuführen, müssen die Dinge anders machen. DAs ist unangenehm und das erfordert Mut. Es braucht die Offenheit, uns selbst auf eine neue Art zu sehen. Und du brauchst auch die Bereitschaft, unter die Oberfläche zu gehen und einen Blick auf deine persönliche Wahrheit zu werfen.

Und ich glaube, dass die Vorteile die Risiken überwiegen.

Hier ist, warum ich denke, dass Selbsterkenntnis auf unserem Weg zur persönlichen Freiheit wichtig ist:

Du solltest wissen, was dich motiviert, dann kannst du mit größerer Leidenschaft und Zielstrebigkeit voran schreiten

Wenn du weißt, was dich antreibt, kannst du dein Leben so gestalten, dass es mit diesen Stärken übereinstimmt. Du kannst den Dingen nachgehen, die dich beflügeln, inspirieren und antreiben. Du kannst bewusst weniger von den Dingen tun, die dich auslaugen, und mehr von den Dingen, die sich leicht anfühlen. Ich weiß, dass ich Abwechslung brauche, ich brauche Tempo und ich muss vorwärtsorientiert sein. Während ich also sowohl in meiner Rolle im Unternehmen als auch in meiner Arbeit Trainer gut war, wusste ich, dass ich ein vielseitigeres Engagement mit der Welt brauchte. Ich benötige Tage mit häufigen Tempowechseln und will einen Beitrag leisten. Ich darf nicht das Gefühl bekommen, eingeengt, routiniert oder unflexibel zu sein.

Sei dir klar darüber, was dich triggert

Es ist ungemein wichtig zu wissen, welche knöpfe bei dir was auslösen werden. Du musst unbedingt drauf achten, dass es nicht passiert und auch antizipieren, was passieren wird, wenn du die Kontrolle abgibst. Wenn du also weißt, dass du dazu neigst, dich von Menschen reizen zu lassen, kannst du vorhersehen, wohin dich das normalerweise führt. Das z.B. dann nicht mehr du das Gespräch leitest, sondern der andere. Wenn du auch von dir weißt, dass du das Bedürfnis hast, alle Antworten auf der Stelle zu geben, kannst du alternative Antworten üben, z.B. “Ich würde es vorziehen, dir ganz genaue Informationen zu geben, also kann ich mich innerhalb der nächsten 48 Stunden bei dir melden?”

Versteh dich selbst, dann verstehst du auch die anderen besser

Wenn du erkennst, dass deine Art, die Welt zu sehen, nur deine einzigartige Linse ist und nicht die von jedem anderen, bist du besser gerüstet, um mit deinen eigenen Entscheidungen und Reaktionen umzugehen. Und wenn du anfängst, die Menschen um dich herum so zu beobachten, wie sie wirklich sind, anstatt durch die Brille, die du trägst, entwickelst du auch mehr Empathie für ihre Perspektiven. Wenn du jemand bist, der die Bedürfnisse anderer Menschen leicht erkennt, kann es frustrierend sein, wenn dein Partner nicht automatisch sieht, was getan werden muss. Aber wenn du weißt, dass deine Gabe nicht für alle gleich ist, bist du vielleicht offener dafür, offen nach Unterstützung zu fragen und ihnen dabei zu helfen, deine Bedürfnisse zu erfüllen.

Du solltest deine eigenen Verteidungsstrategien kennen

Wenn du dir bewusst bist, wie du dazu neigst, Schmerz oder Unbehagen zu vermeiden, kannst du anfangen, es als das zu sehen, was es wirklich ist. Und auch, wie es dir nicht wirklich hilft. Meine typischen Verteidigungsmechanismen sind Vermeidung und Ablenkung mit durch eine andere Aufgabe. Wenn ich mich unwohl fühle, dann schiebe ich es auf die ganz lange Bank. Jede andere Arbeit nützt mir als Ausrede, genau das nicht zu machen. Steuererklärung, Rechnungen schreiben, Buchhaltung und Ablage sind mir ein Graus. Alles ist besser als mich mit dem wirklichen Problem zu beschäftigen. Vielleicht ist deine Taktik, wenn die Dinge nicht nach Plan laufen, zu rationalisieren, zu perfektionieren, zu verteidigen, zu gefallen oder dich zurückzuziehen. Deine einzigartige Schmerzvermeidungsstrategie zu kennen, hilft dir zu verstehen, was wirklich unter deiner Oberfläche vor sich geht, und ehrlich zu dir selbst zu werden, was du wirklich willst und brauchst.

Wenn du weißt, wie du auf Stress reagierst, bist du besser in der Lage vernünftige Entscheidungen zu treffen

Wenn du dir bewusst bist, wie du dich verhältst, wenn du gestresst oder bedroht bist, kannst du lernen, es als ein Zeichen dafür zu sehen, dass du aus dem Gleichgewicht bist. Ich weiß, dass ich gestresst bin, wenn ich anfange, super kleinlich zu werden, übermäßig anspruchsvoll und kritisch, und über das Verhalten der anderen urteile. Die Welt hat sich nicht verändert, aber ich schon. Und das ist ein klares Zeichen für mich, innezuhalten und neu zu bewerten, was mich so fühlen lässt. Ist es ein Zuckertief, das mich dazu bringt, jeden umbringen zu wollen, der mir im Weg steht, oder fühle ich mich in irgendeiner Weise kompromittiert und was kann ich tun, um das zu ändern?

Kenn deine Gewohnheiten, dann kannst du sie auch ändern

Du musst du dir über dein gewohntes Verhaltensmuster im Klaren sein. So hast die Möglichkeit, eine andere Herangehensweise auszuprobieren. Du kannst auch Tools und Techniken nutzen, die dich bei deinem Versuch Gewohnheiten zu ändern, unterstützen. Wenn du dich von zu vielen Dingen ablenken zu lässt und es dir schwerfällt, sie Aufgaben bis zum Ende durchzuziehen, dann führe mehr Struktur und Disziplin in dein Leben ein. Das wird dir eine solidere Grundlage für deine neue Freiheit schaffen. Wenn du dazu neigst, ja zu sagen, weil du dir Sorgen machst, andere zu enttäuschen, kannst du eine Ablenkungstechnik einführen, die dir mehr Zeit gibt, darüber nachzudenken, was du wirklich willst. Wenn du dich dabei ertappst, dass du dich mit Analysen aufhältst und immer wieder fragst “was müssen wir noch wissen?”, kannst du dir eine Frist setzen, in der du die Entscheidung treffen musst.

Wenn du dich selbst besser kennst, dann kannst du anderen und deinem Team helfen besser zu werden.

Photo by Caroline Veronez on Unsplash

Beitrag teilen

Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing
Share on email

Möchtest du, dass dein Team besser zusammenarbeitet?

Dann hol dir unser kostenloses Training!

Der Autor

Kai Boyd ist ausgebildete Führungskraft und zeigt Unternehmern und Einzelkämpfern, wie sie ihre Führung verbessern können. Seit 1989 führt er Teams, Abteilungen, Bereiche und als Geschäftsführer auch Firmen für Konzerne, den Mittelstand und Start-ups, darunter PricewaterhouseCoopers, die Deutsche Telekom, Telefonica, deal united, Twilio, weg.de und viele mehr. Er lebt mit seiner Familie derzeit in München, glaubt an tägliches Jogging am Morgen und schätzt gutes Essen in guter Gesellschaft.