Innere Antreiber – Weshalb du die Dinge so tust

Stress
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Was treibt dich an?

Warum nerven dich Leute, die „langsam“ sind? Oder warum kommst du mit Leuten, die sich im Job anstrengen, so gut zurecht? Oder warum fällt es dir so schwer, Sachen einfach mal liegen zu lassen? Mal „Nein“ zu sagen? Weshalb du die Dinge so tust, liegt vielleicht auch an deinen inneren Antreibern.

Heute möchte ich über die „inneren Antreiber“ schreiben. Das Modell der inneren Antreiber geht auf die Transaktionsanalyse von Eric Berne und Thomas A.Harris zurück. Ursprünglich wurde das Konzept im therapeutischen Bereich angewandt, um psychische Störungen zu behandeln, bis man feststelle, dass es sich auch hervorragend im Coaching und in Organisationen anwenden lässt.

Viele unserer Herausforderungen oder problematischen Situationen entstehen, weil wir von bestimmten inneren Motiven, so genannten Antreibern, geleitet werden. Weiter unten kannst du selber feststellen, welche Antreiber du hast.

Wir Menschen werden von den unterschiedlichsten Dingen angetrieben: von unseren Wünschen, Werten und Bedürfnissen und sehr häufig auch von äußeren Belohnungen oder Bestrafungen. „Was die wohl von mir denken?“ Dies beeinflusst unser Denken und Handeln.

Was sind deine inneren Antreiber – weshalb du die Dinge so tust?

Antreiber werden in unserer Kindheit gebildet. Als Kind sind wir auf unsere Eltern angewiesen und tun (meistens) alles, um geliebt zu werden.

„Ein Junge weint doch nicht.“ „Beeile dich, wir müssen in den Kindergarten.“ „Ein Indianer kennt kein Schmerz.“ „Wie, nur eine 3 in der Schulaufgabe!? Wer hatte denn eine 1?“

Alles Aussagen, die wir sicher schonmal gehört haben. Für Kinder haben diese „Botschaften“ einen Absolutheitscharakter, der nicht angezweifelt wird, denn ihre Nichteinhaltung könnte zur Folge haben, dass mich Mama oder Papa nicht mehr lieb haben.

Sind wir dann erwachsen, erkennen wir hoffentlich, dass es Alternativen zu den elterlichen Botschaften gibt. Zu diesem Zeitpunkt haben sich diese Botschaften jedoch schon stark im Unterbewusstsein verankert und zu Glaubenssätzen entwickelt. Unbewusst versuchen wir daher auch als Erwachsene, im Privat- wie im Berufsleben die Forderungen der Gebote zu erfüllen, als ob wir unter einem geheimen Zwang stünden. Diese Zwänge sind oft Ausdruck davon, was deine Eltern von dir erwartet haben.

Ein Beispiel: Wenn du als Kind häufig „mach schnell“ gehört hast und immer wieder zur Eile angetrieben wurdest, dann hast du diese Botschaft so verinnerlicht, dass sie auch später noch dein ganzes Verhalten bestimmt.

Oder bei „Sei perfekt“.

Ich hatte mal einen Coachee, nennen wir ihn Chris, der von seinem CEO zu mir zum Coaching geschickt worden war. Chris ließ sich von seinen Mitarbeitern immer alle erstellten Präsentationen vorlegen, um sie dann zu kontrollieren und zu „überarbeiten“. Was meint ihr, wie die Mitarbeiter, allesamt selbst Akademiker mit viel Verantwortung im Unternehmen, das fanden? Chris wollte alles richtig machen und erreichte genau das Gegenteil. „Mach dein Zeug doch selber“ war die Antwort seiner gefrusteten Mitarbeiter. Im Coaching erfuhr ich dann, dass die Eltern von Chris Lehrer waren und auf fehlerfreie Hausaufgaben bestanden hatten.

Viele meiner Cochees haben diesen „Sei perfekt“-Antreiber. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, welche negative Auswirkungen dieserAntreiber auf das Wohlbefinden hat.

Die Selbstvorwürfe, „nicht gut genug zu sein“, fressen einen auf.  Fehler dürfen mir ja nicht passieren.

Wenn Antreiber krank machen

In Maßen motivieren Antreiber

Antreiber sind ja nicht per se schlecht. In der Kindheit haben sie uns geholfen, weniger Konflikte mit den Eltern zu haben, und auch heute haben sie etwas Positives. Klar erwarte ich, dass ein Pilot perfekt arbeitet oder ein Rettungssanitäter schnell agiert.

Das stimmt.

Und bis zu einem gewissen Grad ist so ein Antreiber durchaus hilfreich für ein erfolgreiches Leben. Er motiviert uns mehr zu lernen und besser zu werden.

Aber bei zu starker Ausprägung oder in den falschen Situationen angewendet, belasten die inneren Antreiber uns, lösen enormen Stress aus und machen uns das Leben unnötig schwer.

Der Psychologe Kahler unterscheidet fünf Antreiberdynamiken:

1. Ich bin OK, wenn ich perfekt bin. -> Sei perfekt! Sei genau!

2. Ich bin OK, wenn ich stark bin. -> Sei stark!

3. Ich bin OK, wenn ich gefällig bin. -> Mach es allen recht. Sei brav!

4. Ich bin OK, wenn ich mich anstrenge. -> Streng dich an!

5. Ich bin OK, wenn ich mich beeile. -> Sei schnell! Beeil dich!

Der Innere-Antreiber-Test – weshalb du die Dinge so tust

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, was dich so antreibt und wie sehr du von diesen inneren Glaubenssätzen dominiert wirst, dann füll am besten gleich jetzt den Antreiber-Test aus.

Mit Hilfe des nachfolgenden Tests kannst du schnell herausfinden, welche Antreiber dich steuern. Stark ausgeprägte Antreiber (ab ca. 30 Punkten) können eine Eigendynamik entwickeln; sie kontrollieren immer stärker die innere Einstellung und das Verhalten: Man treibt sich selbst immer stärker an, um zu mehr Erfolg und Anerkennung zu kommen, erreicht aber eher nur mehr Stress (bei sich und anderen) und damit das Gegenteil von dem, was man sich erhofft. Über einer Höhe von ca. 40 Punkten können sich Antreiber sogar gesundheitsgefährdend auswirken.

Downloads:

Antreibertest   Antreiber Fragebogen

Photo by Tim Gouw on Unsplash

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Der Autor

Rolf Kersten hat mehr als 27 Jahre Erfahrung in internationalen Firmen als Manager & Führungskraft. Seit 2008 ist er selbstständiger Trainer und Coach. Aufgrund seiner Fachkenntnisse und seiner langjährigen beruflichen Tätigkeit weiß er sehr genau, was die Menschen speziell in Medien und IT Unternehmen bewegt. Dieses breite Erfahrungsspektrum ermöglicht es ihm, als Beraterund Trainer schnell Themen und Heraus-forderungen zu erfassen, sie zu analysieren und daraus notwendige Entwicklungsschritte abzuleiten bzw. nachhaltig zu trainieren. Dabei steht der Mensch bei ihm im Vordergrund.

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